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Als der Nebel verschwand: Geocaching im goldenen Herbst bei Heitersheim

Bogenschießen beim Geocaching im Herbst in den Weinbergen bei Heitersheim

Am Morgen liegt Nebel über Heitersheim.

Der große Parkplatz ist grau und still. Kein Ort, an dem man auf den ersten Blick einen besonderen Tag erwarten würde. Dann biegen die ersten Autos um die Ecke. Eines nach dem anderen. Fahrgemeinschaften einer regionalen Bank treffen ein. Türen schlagen zu, Kolleginnen und Kollegen begrüßen sich, Stimmen durchbrechen die morgendliche Ruhe. Rund 40 Personen sammeln sich, reiben sich die Hände warm und blicken in den kühlen Tag.

Noch stehen hier einzelne Menschen und kleine Gruppen.

Man kennt sich aus dem Büro. Man hat miteinander telefoniert, an Besprechungen teilgenommen und gemeinsam Probleme gelöst. Doch heute gibt es keine Schreibtische, keine Tagesordnung und keine E-Mails.

Heute gibt es nur einen Weg, dessen Verlauf noch niemand kennt.

Während die Teilnehmer eintreffen, beginnt sich der Nebel zu lichten. Zuerst beinahe unmerklich, dann immer schneller. Pünktlich zur Einweisung dringt die Sonne durch. Plötzlich ist der Himmel blau. Aus dem tristen Morgen wird ein traumhafter, goldener Herbsttag.

Ein Pfeil zeigt das Ziel – aber nicht den Weg

Nach einer kurzen 20-minütigen Einweisung starten die Teams zu Fuß. In der Hand halten sie ein einfaches GPS-Gerät. Auf dem Display sind nur ein Pfeil und eine Meterzahl zu erkennen.

Der Pfeil zeigt auf das nächste Ziel. Doch er kennt keine Wege.

Er weiß nichts von Kreuzungen, Weinbergen, Bächen oder Zäunen. Er sagt nicht, ob man links oder rechts gehen soll. Er verspricht lediglich: Irgendwo dort vorne wartet etwas auf euch. Den Weg dorthin muss jedes Team selbst finden.

Für den Notfall liegen verschlossene Lösungsumschläge im Rucksack. Sie geben Sicherheit, ohne den Gruppen die Entscheidung abzunehmen. Niemand muss Angst haben, völlig verloren zu gehen. Aber solange der Umschlag geschlossen bleibt, gehört das Abenteuer allein dem Team. Und so laufen sie los.

Ein goldener Herbsttag rund um Heitersheim

Die Tour führt durch die malerische Landschaft rund um Heitersheim, vorbei am historischen Malteserschloss und an einer alten Mühle. Hinter dem Ort öffnen sich weite Felder, kleine Waldstücke und die sanften Hügel der Weinberge.

Der Nebel ist inzwischen vollkommen verschwunden.

Über den Teilnehmern spannt sich ein tiefblauer Himmel mit ein paar feinen, weißen Wolken. Das warme Sonnenlicht fällt auf gelbes, leuchtend rotes und stellenweise noch grünes Laub. In der Ferne zeichnen sich die Silhouetten der Berge ab. Die klare Luft lässt die Landschaft weiter und größer erscheinen als sonst. Es ist einer dieser seltenen Herbsttage, an denen einfach alles zusammenpasst.

Das Licht. Die Farben. Die Temperatur. Und das wohlige Gefühl, für einige Stunden nichts erledigen zu müssen.

Für einen Moment ist der Arbeitsplatz weit weg. Vielleicht auch der Stress zu Hause, die Termine und all die Gedanken, die man morgens mitgenommen hat. Man läuft einfach mit anderen Menschen durch die Natur und schaut, wohin der Pfeil zeigt. Aus dem geplanten Betriebsausflug bei Freiburg wird ein Tag, an dem wieder Platz für echte Neugier entsteht.

Wenn aus Kollegen Weggefährten werden

An einer Kreuzung bleibt ein Team stehen. Der Pfeil weist schräg über ein Feld. Dort führt offensichtlich kein Weg entlang. Also wird beraten. Einer möchte links gehen, jemand anderes hält den rechten Weg für besser. Ein Dritter entdeckt einen schmalen Pfad, den die anderen übersehen haben.

Niemand weiß sicher, welche Entscheidung richtig ist. Aber eine Entscheidung muss getroffen werden.

Genau in solchen kleinen Augenblicken verändert sich etwas. Kollegen, die sich sonst hauptsächlich in ihren beruflichen Rollen begegnen, beginnen einander anders wahrzunehmen. Einer hat einen erstaunlich guten Orientierungssinn. Eine eher ruhige Kollegin sieht ein Detail, an dem alle anderen vorbeigelaufen wären. Jemand bringt die Gruppe mit einem trockenen Kommentar zum Lachen.

Es entstehen Gespräche, die im Arbeitsalltag vielleicht nie begonnen hätten. Man spricht über die Arbeit, aber anders als im Büro. Man erzählt von der Familie, von Plänen oder von Dingen, die gerade herausfordernd sind. Manchmal läuft man auch einfach eine Weile schweigend nebeneinander her. Beim Geocaching im Herbst gibt es dafür genügend Raum.

Die Freude über eine kleine Dose

Zwei Stunden vor dem Spiel wurden die Caches in der Region versteckt. Je näher ein Team dem Ziel kommt, desto kleiner wird die Zahl auf dem Display.

Hundert Meter. Fünfzig. Zwanzig.

Dann springt der Pfeil plötzlich hin und her. Die Teilnehmer schwärmen aus. Sie schauen hinter einen Baum, unter eine Bank oder zwischen Steine. Einer war schon dreimal an derselben Stelle. Ein anderer sucht viel zu weit entfernt. Und dann kommt dieser eine erlösende Ruf:

„Ich habe sie!“

Für einen Augenblick freuen sich erwachsene Menschen über eine kleine versteckte Dose, als hätten sie einen unermesslichen Schatz gefunden. Laufen, suchen, finden und sammeln berühren einen menschlichen Urinstinkt. Es braucht keine große künstliche Inszenierung – die Faszination entsteht von selbst.

In der Dose wartet das nächste Rätsel. Ein Schmunzeln geht durch die Gruppe, als versuchsweise die Künstliche Intelligenz auf dem Smartphone um Hilfe gebeten wird – doch die KI streikt und hilft hier nicht weiter. Erst die gedanklichen Einfälle der einzelnen Teammitglieder führen gemeinsam zur Lösung: eine Beobachtung hier, eine ungewöhnliche Idee dort. Nicht ein Mensch allein hat das Rätsel gelöst. Das Team hat es gelöst.

Teambuilding Geocaching: Nicht jedes Team entsteht ohne Reibung

Unterwegs warten betreute Spielstationen auf die Gruppen. Beim Kistenlauf sind Koordination und Absprache auf engstem Raum gefragt, beim Bogenschießen zählen Fokus und eine ruhige Hand. Beim Segwayfahren sind Gleichgewicht und etwas Mut gefordert.

Bei manchen Teams funktioniert die Zusammenarbeit beinahe selbstverständlich. Andere kommen ins Schwitzen und diskutieren länger. Nicht jeder möchte denselben Weg gehen, nicht jede Idee wird sofort gehört und manchmal wird der Ton etwas deutlicher.

Doch auch das gehört zu diesem Tag.

Teambuilding Geocaching bedeutet nicht, dass alle Teilnehmer fortwährend harmonisch lächeln. Wo Menschen gemeinsam Entscheidungen treffen, entsteht Reibung. Und manchmal beginnt echtes Kennenlernen genau dort, wo die freundliche berufliche Maske für einen Moment fällt.

Man sieht, wer vorangeht. Wer vermittelt. Wer eine Gruppe beruhigt. Wer andere mitzieht. Und wer plötzlich eine Stärke zeigt, die im Büroalltag kaum jemand bemerkt hat.

Das letzte Team wird gefeiert

Nach etwas mehr als drei Stunden erreichen die ersten Teams das Ziel. Das Team um den Hausmeister hat besonders sicher navigiert und gehört zu den Schnellsten.

Nach und nach kommen die anderen Gruppen an. Es werden Geschichten erzählt, Irrwege verglichen und Rätsellösungen diskutiert. Man lacht über Stellen, an denen man völlig falsch lag, und über Dosen, die eigentlich direkt vor der eigenen Nase versteckt waren.

Schließlich nähert sich das letzte Team.

Die bereits angekommenen Kolleginnen und Kollegen warten schon und begrüßen die Nachzügler mit Applaus. Jetzt zählt nicht mehr, wer besonders schnell war. Der gemeinsame Weg ist beendet und alle sind wieder zusammen.

Am Morgen waren einzelne Autos aus dem Nebel aufgetaucht. Jetzt steht dort eine echte Gemeinschaft, die miteinander etwas erlebt hat.

Was von diesem Teamevent bleibt

Der Tag endet gebührend in einem gemütlichen Lokal der Region. Auch die beiden Vorstände sind anwesend. Es wird gegessen, erzählt und gelacht. Eine kurze, wertschätzende Abschlussrede der Vorstandschaft rundet den Tag ab.

Was später davon bleibt, lässt sich schwer in Kennzahlen messen.

Vielleicht erinnert sich jemand an das Licht über den Weinbergen. An den Moment, als die versteckte Dose endlich gefunden wurde. An einen Kollegen, mit dem man zum ersten Mal ein persönliches Gespräch geführt hat. Oder an eine Meinungsverschiedenheit, die auf dem gemeinsamen Weg plötzlich gar nicht mehr so wichtig erschien.

Ein Teamevent Geocaching verändert nicht automatisch ein ganzes Unternehmen. Aber es kann einen Raum öffnen. Einen Raum, in dem Kollegen einander als Menschen begegnen. In dem eine Gruppe gemeinsam sucht, sich manchmal verläuft, neu entscheidet und schließlich ihr Ziel erreicht.

Der Pfeil kann dabei die Richtung anzeigen. Den Weg findet das Team.

Ihr Betriebsausflug im goldenen Herbst

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